Finanzkrise und Wiwi Uni Frankfurt
  • Würde gerne mal wissen was unsere lieben Finanzprofessoren zu der Finanzkrise sagen. Bis auf niedrigem Grundstudiumsniveau dahin gesagten Sätzen zweier Profs habe ich nichts gelesen/gehört. Vielleicht wäre es mal wieder angebracht,nicht eiinen Finanzlehrstuhl nach dem anderen aufzubauen und auch noch die anderen Abteilungen mit finanzenlastigen Lehrstühlen zu verstopfen (siehe E-finance oder manche Forschungen im Bereich Marketing) . Dagegen werden Lehrstühle wie der von Isermann (Logistik) gestrichen, Mathes wird bestimmt auch nicht mehr besetzt, wenn der mal geht. Wo bleibt die Realwirtschaft? Traurig auch die Entwicklung bei der Frankfurter VWL: immermehr marktliberale Mikroökonomen wo kaum einen Grenze zwischen BWL und VWL sichtbar ist und die ja auch viel zu Themen wie Unternehmensfinanzierung (siehe Walz machen). Und kein einziger Professor mehr für Wirtschaft-, Gesundheits-, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik. Dazu werden keine Veranstaltungen mehr zu den Themen Konjunktur, Wachstum und Verteilung angeboten. Was ist das hier? Eine wirtschaftswissenschaftliche Fakultät oder einen Finanzenfakultät. Mal abgesehen von dem Aspekt, dass die Wirtschaftswissenschaften in Frankfurt kaum als kritische Wissenschaft betrieben werden. Aber dieses Fass will ich nicht auch noch aufmachen...


  • lieber franz,

    du sprichst mir aus der seele. ich glaube allerdings, dass sich frankfurt einfach mehr davon verspricht, eine richtung, die des neoliberalismus, konsequent durchzuziehen und sich daher auch kein prof. findet, der jetzt was gegen das bisherige system sagt.

    bezeichnend, dass die einzigen frankfurter profs, die mir bez. der krise im tv begegneten, grote und steffen von der frankfurt school of finance and management waren...

    außerdem kann ich mir beim besten willen nicht vorstellen, dass leute wie wahrenburg & co., die ich - finanztechnisch eher unbeleckt - als verfechter des bisherigen wall-street-finanz-kapitalismus wahrgenommen habe, etwas gegen das bisherige finanzsystem sagen würden.

    ferner glaube ich, dass gerade die tatsache, dass mittlerweile so viel verflechtung mit unternehmen und honorarprofessurern besteht, ein grund dafür sein dürfte, dass nicht die professoren selbst im fernsehen etwas gegen die hand sagen, die sie nährt.

    also, etwas mehr vielfalt wäre in der tat angebracht. gerade wo sachen wie gesundheit, arbeit, bildung in der ökonomie ihren stellenwert zukünftig noch erhöhen werden.

    vielfalt könnte aber auch bedeuten, dass man mal einen prof. auf einen vwl-lehrstuhl beruft, der eindeutig links ist, siehe der momentan gut präsente prof. hickel von der uni bremen, der ja die kandidatur für das bundespräsidentenamt für die linken abgelehnt hat.
    dies ist allerdings wohl momentan undenkbar in frankfurt, obwohl das angesichts der 68er-tradition in frankfurt definitiv seinen reiz hätte.

    wie sagte doch matthes vor ein paar monaten so schön in einer vorlesung: "sie wollen wohl alle investmentbanker werden? mit dem geld anderer leute umgehen und nix schaffen!?"

    mein wunsch für die zukunft der wirtschaftsuni-frankfurt:

    - weniger mainstream, mehr meinungsvielfalt!
  • Zum Thema Honorar- und Stuftungsprofessuren:

    Honorarprofessoren kommen meist aus der Wirtschaft und verfolgen damit eindeutig das Ziel, die Wirtschaftswissenschaften zu einer Anwendungswissenschaft nach der Bedarfslage der Wirtschft zu machen.

    Stiftungsprofessuren werden ja wieder da Name schon sagt gestiftet von der Wirtschaft. Isermann (wer ihn nicht mehr kennt:der ehemalige Logistikprof.) hat in einer seiner letzten Vorlesung gesagt, der Unipräsident hätte ihn gebeten nach einem Stifter aus der Wirtschaft für einen Logistiklehrstuhl zu schauen, die Uni würde keinen Lehrstuhl bereitstellen.Jetzt kommt die Stiftungsprofessur für eLogistik. Was für ein Zweck verfolgt ein Stifter? Er kommt aus der Wirtschaft, ist somit mehr in anwendungsbezogenem Wissen interessiertals an wissenschaftlicher Grundlagenforschung. Oder gibt es diese Grundlagenforschung zumindest in der BWL garnicht?

    Das führt mich zu der Frage, ob die BWL in Frankfurt aber auch an anderen Universitäten üerhaupt eine Wissenschaft ist. Wo bleibt zumbeispiel bei den Finanz- und insbesondere Rechnungswesenprofessuren die kritische Wissenschaft. Sich mit Problemlagen und Schlüsselproblemen der Unternehmen auseinanderzusetzen.

    Damit komme ich zu meinem Lieblingsthema: der FHisierung der Frankfurter Wirtschaftswissenschaften. Anwendung, Anwendung, Anwendung für die Praxis/die Realität. Aber was ist Praxis, was ist Realität. Läuft der Fachbereich da nicht wie eine Esel der Karotte Praxis hinterher? Ein Bemühung die nicht zu gewinnen ist und die die Wirtschaftswissenschaften nicht eingehen sollte.

    Ein letzter Beitrag zu dem Thema: was sollen Studenten an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Uni Frankfurt lernen. Ist es heute noch wichtig IAS und IFRS auswendig zu kennen? Ist es nicht wichtiger in einer wissensbasierten und komplexen ökonomischen Welt Schlüsselqualifikationen, die funtionsübergreifend eingesetzt werden können, zu erlernen. Und ist das hier an der Wiwi Fakultät möglich. Ich sage ja, aber nur wenn man Veranstaltungen belegt, die fernab des Mainstreams sind. Als Tipp:Prof. Eisen, Dr. Dr.Peukert, Dr.habil.v. Rabenau, Prof. Bauer. Ich glaube ich habe gerade in dem, für manche neoliberalen Ökonomie oder sollte ich sagen Managementstudenten, komisch wirkenden Scheinen Wirtschaftssysteme und Transormation 1 und 2 mehr mit bekommen als manch ein IFRS oder Steuerexperte, der den Wettlauf nach der Karotte (siehe oben) antritt.
  • Traurig auch die Entwicklung bei der Frankfurter VWL: immermehr marktliberale Mikroökonomen wo kaum einen Grenze zwischen BWL und VWL sichtbar ist und die ja auch viel zu Themen wie Unternehmensfinanzierung (siehe Walz machen). Und kein einziger Professor mehr für Wirtschaft-, Gesundheits-, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik. Dazu werden keine Veranstaltungen mehr zu den Themen Konjunktur, Wachstum und Verteilung angeboten. Was ist das hier?



    Das stimmt so nicht. Wenn du MM meinst, dann kann ich dir zustimmen. Das ist ein Sammelbecken der "Sonstigen", also der Kurse, die sonst nirgends reinpassen. Was aber Geld und Währung, Internationale Wirt. und Empirische Wirtschaftsforschung angeht, so gibt es eine klare Abgrenzung der VWL zur BWL. Schau dir nur mal die Kurse genauer an.

    Übrigens kooperiert die Uni Frankfurt mit der Fahchhochschule Idstein in den Bereichen Wirtschaft-, Gesundheits- und Sozialpolitik. Auch Forschung in Richtung Labour Economics hat es durchaus gegeben. Fitzenberger, der dann leider nach Freiburg gegangen ist, forschte auf dem Gebiet. Meines Wissens soll dafür auch Ersatz geschaffen werden.

    Aber trotzdem nimmt der Bereich Finanzen an der Uni und insbesondere in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit eine besondere Rolle ein. Sicherlich kommt das auch daher, dass die Profs aus dem Bereich sehr stark in der Presse vertreten sind.
  • Zum Thema Honorar- und Stuftungsprofessuren:

    Das führt mich zu der Frage, ob die BWL in Frankfurt aber auch an anderen Universitäten üerhaupt eine Wissenschaft ist. Wo bleibt zumbeispiel bei den Finanz- und insbesondere Rechnungswesenprofessuren die kritische Wissenschaft. Sich mit Problemlagen und Schlüsselproblemen der Unternehmen auseinanderzusetzen.



    Hallo Franz,

    ich kann Deinen Eindruck des Schwerpunkts Rechnungswesen in keiner Weise verstehen!
    Wenn Du schonmal Vorlesungen bei Prof. Dr. Böcking oder Prof. Dr. Hommel gehört hast, wirst Du deren kritische Haltung gegenüber dem ausufernden Kapitalmarkt mitbekommen haben. Zudem setzen sich beide sehr wohl kritisch mit dem Thema IFRS/IAS und US-GAAP auseinander (obwohl Prof. Dr. Böcking früher eine andere Meinung in Bezug auf die IFRS vertrat).

    Prof. Dr. Böcking steht z.B. schon seit längerer Zeit für eine Reformierung der Aufsichtsratbezüge ein und bringt dort sogar Vorschläge einer Änderung an. Seine Forschung zum Thema "Corportate Governance" sind auf jeden Fall wissenschaftlich und hoch aktuell und relevant. Nur für so manchen Studenten ist diese Forschungsrichtung eben langweilig. Das dort qualitativ sehr hochwertig gearbeitet wird steht außer Frage!

    Dasselbe gilt für Prof. Dr. Hommel, der sich sehr den Bilanztheorien widmet. Auch hier Wissenschaft im Vordergrund und grade er äußert sich desöfteren kritisch zu so manchem Unsinn der internationalen Rechnungslegung.

    Sorry, aber diese pauschale Kritik am Schwerpunkt Rewe kann ich in keinster Weise verstehen und werde dafür eintreten, dass solch ein vordergründiger, unqualifizierter Unsinn hier nicht verbreitet wird.

    Bitte nenne hier konkrete Namen und Anhaltspunkte für diese Kritik.

    Weiterhin verstehe ich Dein Anliegen nur bedingt: Auf der einen Seite sollen sich die Lehrstühle mit den Problemen der Unternehmen auseinandersetzen und zudem dennoch wissenschaftliche Grundlagenforschung betreiben. M.E. ist das nur unter großen Reibungsverlusten zu realisieren. Wenn nur danach geforscht würde was für die UN interessant erscheint...

    P.S. Ich bin kein Lehrstuhlmitarbeiter, dennoch ein Student der durch Praktika bei den Big Four gemerkt hat, dass man durch die Ausbildung in FFM den Studenten anderer Unis voraus ist. Und das hat m.E. mit dem sehr theoretischen Hintergrund in FFM zu tun. Ich lerne zudem für die Klausuren keine IFRS-Standards auswendig, sondern lerne durchweg auf Verständnis und bin damit sowohl in Uni als auch Praxis gut damit gefahren!
  • Franz... ich welcher Welt lebst du?
    "Wissenschaft" in den Wirtschaftswissenschaften in diesem hehren Sinne ist doch spätestens seit dem Bachelor tot.
    Ja die Uni ist nur auf Praxis ausgelegt und nein da werden keine kritischen und selbstständigen Wissenschaftler mehr heranwachsen, aber in der Statistik haben wir dann ganz viele "Hochschulabsolventen". Ist doch schön.
    Frag doch mal wie viele vor 1 Jahr Investmentbanker werden wollten und wie viele sich was in der Forschung, an der Uni oder beim IWF, IfW, HWWI, IFO und Konstorten vorstellen konnten.
    Spätestens wenn du die Gehälter ins Spiel bringst hört es doch bei der derzeitigen Studentengeneration auf.
    Daran sind aber nicht (nur) die Studenten schuld um das auch zu sagen. Die Uni - und damit ist sie nicht die einzige, aber ganz vorne dabei - rennt halt blind den Bereichen hinterher die prestigeträchtig sind. Bis vor kurzem Finanzen und Co.
    Wenn wir ne Krise wie in Japan bekommen, die mal eine Dekade anhält, dann wird es wieder mehr VWL Lehrstühle geben. Nur, das kann tatsächlich nicht Sinn einer wissenschaftlichen Einrichtung sein.
    Die Unis sind aber keine solchen mehr. Das ist vorbei. In erster Linie sind Unis jetzt eine weiterführende Schule. Möglichst schnell auf ein berufsqualifizierendes Niveau bringen (Bachelor) und gut, nächster bitte. Politische und gesellschaftliche Kultur, ein "Studentenverständnis" gibt es doch kaum noch. Noten, Noten, Job lautet die Devise. Links und rechts sind überflüssig.
    Ein durchschnittlicher Bachelor ist von Forschung einfach ganz weit weg. Was aus Effizienz- und Wirtschaftsperspektiven heraus ja durchaus richtig ist.
    Wenn es um den Master hat man bessere Chancen, auch wenn es bei uns noch keine gibt, sehen die Programme zumindest im MSQE so aus als ob sie zu wissenschaftlichem Arbeiten befähigen. Ob das dann aber endlich den Anspruch an eigenständiges Arbeiten mit sich bringt halte ich noch für zumindest zweifelhaft. Unser PhD Programm ist sehr anspruchsvoll und voll auf forschung ausgerichtet. Dahin hat sich das Niveau verschoben.
    Aber die Forschung wird sich in unserem Bereich auf Institute wie die oben genannten verlegen. Bundesbank, EZB sind auch noch zu nennen.
    Sicher, wird an den Unis noch geforscht, aber das been aus Prestigeüberlegungen heraus, nicht aus Selbstverständnis.

    Ich erwarte gar nicht, dass jene die in diesen Prozess hineingekommen sind das verstehen, sie haben ja die andere Seite, das andere System nicht mitbekommen. Außerdem verurteile ich nicht den bachelor, wie gesagt eine wirtschaftlich sinvolle Methode aus Schulabgänger möglichst schnell nicht übermäßig aber ausreichend gebildete Menschen zu machen die in guten Job arbeiten können. Ist doch ok. Man muss aber auch dazu stehen - und das fehlt mir einfach oft.
  • Würde gerne mal wissen was unsere lieben Finanzprofessoren zu der Finanzkrise sagen. Bis auf niedrigem Grundstudiumsniveau dahin gesagten Sätzen zweier Profs habe ich nichts gelesen/gehört. Vielleicht wäre es mal wieder angebracht,nicht eiinen Finanzlehrstuhl nach dem anderen aufzubauen und auch noch die anderen Abteilungen mit finanzenlastigen Lehrstühlen zu verstopfen (siehe E-finance oder manche Forschungen im Bereich Marketing) . Dagegen werden Lehrstühle wie der von Isermann (Logistik) gestrichen, Mathes wird bestimmt auch nicht mehr besetzt, wenn der mal geht. Wo bleibt die Realwirtschaft? Traurig auch die Entwicklung bei der Frankfurter VWL: immermehr marktliberale Mikroökonomen wo kaum einen Grenze zwischen BWL und VWL sichtbar ist und die ja auch viel zu Themen wie Unternehmensfinanzierung (siehe Walz machen). Und kein einziger Professor mehr für Wirtschaft-, Gesundheits-, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik. Dazu werden keine Veranstaltungen mehr zu den Themen Konjunktur, Wachstum und Verteilung angeboten. Was ist das hier? Eine wirtschaftswissenschaftliche Fakultät oder einen Finanzenfakultät. Mal abgesehen von dem Aspekt, dass die Wirtschaftswissenschaften in Frankfurt kaum als kritische Wissenschaft betrieben werden. Aber dieses Fass will ich nicht auch noch aufmachen...



    Keine deutsche Fakultät kommt ohne extreme Spezialisierung aus. Um auf voller Breite etwas gutes anbieten zu können, brauchst du Budget wie die Amis.

    Schau Dir Bonn, Muenchen oder Mannheim an, auch da werden riesige Bereiche praktisch überhaupt nicht bearbeitet.

  • Er kommt aus der Wirtschaft, ist somit mehr in anwendungsbezogenem Wissen interessiertals an wissenschaftlicher Grundlagenforschung. Oder gibt es diese Grundlagenforschung zumindest in der BWL garnicht?

    .



    "Grundlagenforschung" in wiwi gibts in Deutschland kaum, das ist alles sehr anspruchsvoll und geht überwiegend in den USA ab. In Deutschland gibt überwiegend angewandte Forscher, in Frankfurt ist die Anwendungsorientierung allerdings extrem.

  • Er kommt aus der Wirtschaft, ist somit mehr in anwendungsbezogenem Wissen interessiertals an wissenschaftlicher Grundlagenforschung. Oder gibt es diese Grundlagenforschung zumindest in der BWL garnicht?

    .



    "Grundlagenforschung" in wiwi gibts in Deutschland kaum, das ist alles sehr anspruchsvoll und geht überwiegend in den USA ab. In Deutschland gibt überwiegend angewandte Forscher, in Frankfurt ist die Anwendungsorientierung allerdings extrem.

    Nein, auch in Frankfurt wird Grundlagenforschung betrieben. Binder z.B. hat mit seinem Papier zum Thema Multivariate rationale erwartungsmodelle die Grundlage für mehrere Arbeiten geleistet.
  • Der Fachbereich bildet doch im Prinzip nur das ab, was um ihn herum, konkret am Standort Frankfurt, real zu finden ist.

    Natürlich ist Bankfurt von Banken traditionell beherrscht. Das mag bei einigen den Eindruck erwecken, als wäre Finance DER Bereich schlechthin. Das, was wirtschaften ausmacht. Als dingliche Manifestation dieses Gedankens könnte man dann das HoF werten...

    Liest man sich jetzt aber Kommentare durch und verfolgt Diskussionen stolpert man ja selbst über Äußerungen unserer bundeseigenen Knopfleiste, die allmählich auf den Pfad "Finanzen sind kein Selbstzweck, sondern dienen der Realwirtschaft" zurückkehrt...

    MM...das bunte Sammelsurium des Managements... ist es nicht symptomatisch für das reale Umweld, dass genau die Sparte, wo man z.b. Managern hätte beibringen können, was passiert, wenn man falsche Anreize setzt, immer weniger in Frankfurt wahrnimmt ?

    Die Uni muss sich die Frage stellen, welche Bedeutung (letztlich auch wieviele Mittel, Vorlesungen, Tuts, Sems...) der Bereich Finance im Kontext der Disziplinen in Zukunft haben soll - bei aller Liebe und Notwendigkeit zur Spezialisierung...meiner Meinung nach jedenfalls...
  • lieber franz,

    du sprichst mir aus der seele. ich glaube allerdings, dass sich frankfurt einfach mehr davon verspricht, eine richtung, die des neoliberalismus, konsequent durchzuziehen und sich daher auch kein prof. findet, der jetzt was gegen das bisherige system sagt.

    bezeichnend, dass die einzigen frankfurter profs, die mir bez. der krise im tv begegneten, grote und steffen von der frankfurt school of finance and management waren...

    außerdem kann ich mir beim besten willen nicht vorstellen, dass leute wie wahrenburg & co., die ich - finanztechnisch eher unbeleckt - als verfechter des bisherigen wall-street-finanz-kapitalismus wahrgenommen habe, etwas gegen das bisherige finanzsystem sagen würden.

    ferner glaube ich, dass gerade die tatsache, dass mittlerweile so viel verflechtung mit unternehmen und honorarprofessurern besteht, ein grund dafür sein dürfte, dass nicht die professoren selbst im fernsehen etwas gegen die hand sagen, die sie nährt.

    also, etwas mehr vielfalt wäre in der tat angebracht. gerade wo sachen wie gesundheit, arbeit, bildung in der ökonomie ihren stellenwert zukünftig noch erhöhen werden.

    vielfalt könnte aber auch bedeuten, dass man mal einen prof. auf einen vwl-lehrstuhl beruft, der eindeutig links ist, siehe der momentan gut präsente prof. hickel von der uni bremen, der ja die kandidatur für das bundespräsidentenamt für die linken abgelehnt hat.
    dies ist allerdings wohl momentan undenkbar in frankfurt, obwohl das angesichts der 68er-tradition in frankfurt definitiv seinen reiz hätte.

    wie sagte doch matthes vor ein paar monaten so schön in einer vorlesung: "sie wollen wohl alle investmentbanker werden? mit dem geld anderer leute umgehen und nix schaffen!?"

    mein wunsch für die zukunft der wirtschaftsuni-frankfurt:

    - weniger mainstream, mehr meinungsvielfalt!



    ja das mit der pr arbeit der profs ist wirklich ein witz.

    diese denken das image kommt nur dadurch das man ein überteuertes gebäude hinstellt.

    faktisch ist genau jetzt die zeit, wo man sich als kompetent profilieren könnte. statt dessen sieht man zwar regelmässig profs. von frankfurt school, hertie school und unzähligen anderen unis im tv - von frankfurt hört man aber garnichts.

    da zeigt sich einmal mehr masse macht noch lange keine klasse. wahrscheinlich ist aber vielen profs auch schlagartig klargeworden wie wenig die von ihnen propagierten modelle und deren forschung mit der realität zu tun haben und wie wenig sie eigentlich von der materie verstehen.

    bestes beispiel für die lächerlichkeit der theoretiker ist timmy, der noch bis vor kurzem hier die leute mit seinen papers genervt hat, seit dem es aber richtig ernst geworden ist und jeden klargeworden ist, dass das unser jetziges finanzsystem ein casino ist, ist er auch ganz still geworden.

    einmal mehr geht hier anspruch und realität total auseinander.

    ich hoffe im rahmen der krise geht der bescheuerte finance-wahn an unserer uni zurück und man erkennt wieder dass es auch noch die berühmte "Realwirtschaft" gibt.

    gruß
  • Ich habe Harry Schmidt und Schlag im TV gesehen. Waren im Heute Journal. Dann schaut mal die richtigen Sendungen und nicht die Nachrichten auf RTL2.
  • Ich habe Harry Schmidt und Schlag im TV gesehen. Waren im Heute Journal. Dann schaut mal die richtigen Sendungen und nicht die Nachrichten auf RTL2.



    ich schaue primär bloomberg, n-tv und die öffentlich rechtlichen
  • Wie vorher schon erwähnt, ist insbesondere Prof. Schmidt ziemlich regelmäßiger Interviewpartner, sowohl im öffentlich-rechtlichen Fernsehen als auch im Radio. Bitte demzufolge etwas besser recherchieren, bevor man Kritik übt.
  • Uni Frankfurt in der Presse:

    http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,584252,00.html

    Wirtschaftsethik Laberfach, ja das stimmt ;)
  • Uni Frankfurt in der Presse:

    http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,584252,00.html

    Wirtschaftsethik Laberfach, ja das stimmt ;)



    Viel interessanter ist, dass sich Jounalisten in diesem Forum tummeln um Informationen zu sammeln. Wer weiß wer noch. Vielleicht werden ja so Leute abgeschreckt stumpfsinnige Kommentare hier abzulassen. Wünschenswert allemal. Wobei man sagen muss, man merkt, dass die Leute weniger Zeit haben. Im Moment sind nur wenige Ausbrüche von Hohlheit (abgesehen von "Spasst" in dem Thread "Deans List").

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